Das Manifest*

Sieben Thesen gegen die Voreinstellung. Darf gern ausgedruckt und beim nächsten Familienessen neben den Schweinsbraten gelegt werden.

1. „Normal“ ist eine Statistik, keine Anweisung.

Dass viele etwas tun, sagt nichts darüber aus, ob du es tun solltest. Es sagt nur, dass du bei diesem Thema nicht allein wärst.

2. Ein Leben ist keine Checkliste.

Schule, Job, Ehe, Haus, Kinder, Pension. Wer diese Liste abarbeitet, ist am Ende fertig. Das ist nicht unbedingt ein Kompliment.

3. Liebe braucht keinen Trauschein.

Darf aber einen haben. Nur gemessen wird sie daran nicht.

4. Eigentum ist eine Entscheidung, kein Reifezeugnis.

Erwachsen wird man nicht beim Notar.

5. Kinder sind keine Leistung, und keine Kinder sind kein Defizit.

Wer welche hat, schuldet niemandem Perfektion. Wer keine hat, schuldet niemandem eine Begründung. Und die Frage „Wollt ihr keine?“ stellt man besser gar nicht. Man weiß nie, was man damit trifft.

6. Niemand schuldet dir eine Erklärung.

Und du niemandem. Auch nicht der Tante.

7. Wer anders lebt, lebt nicht gegen dich.

Das gilt in beide Richtungen. Wer gern verheiratet im Eigenheim mit drei Kindern lebt, soll das bitte in vollen Zügen tun. Wir haben nichts gegen deinen Weg. Wir haben nur etwas dagegen, dass er der einzige sein soll.


Wer schreibt hier?

Ich bin Katrin. Hier schreibe ich auf, was man beim Familienessen besser für sich behält. Das ist manchmal unfair, oft übertrieben und immer so gemeint.

Du siehst das ganz anders? Oder genauso und hast eine Geschichte dazu? Schreib mir: [email protected]